Ruinierte Natur für tote Blumen
Der ökologische Wahnsinn von Schnittblumen
Wir Deutsche lieben Schnittblumen. Und kaufen sie massenweise. Allein im Jahr 2011 gaben wir über 1,5 Milliarden Euro für Dekoblumen aus. Damit sind wir weltweit Spitzenreiter! Bei genauerer Betrachtung erweist sich dies jedoch als ökologischer Wahnsinn.

Stark mit Pflanzenschutzgiften belastet
Schnittblumen sind üblicherweise in erheblichem Maße mit
Pflanzenschutzgiften belastet. Darauf wies die Verbraucherzeitschrift
Ökotest im letzten Jahr in einem eindrucksvollen Bericht hin. So können es gut und gerne zwanzig verschiedene Pestizide pro Blumenstrauß sein! Dies läßt erahnen, wie sehr die Anbaugebiete für Schnittblumen mit Umweltgiften belastet sind. Und es ist nicht gesund, wenn diese Mittel mit dem Duft unserer Blumensträuße weiterhin ausströmen!
Weder fair produziert, noch fair gehandelt
Zudem sind die Arbeitsbedingungen, unter welchen Schnittblumen
angebaut und vertrieben werden, oft mehr als problematisch. Dies
betrifft vor allem die Exportländer Ecuador, Kenia und Kolumbien, wo
faire Preise in der Landwirtschaft bis heute kein überzeugendes
Konzept darstellen. So schließt sich hier der Kreis zwischen unserer
Schnäppchenjagd nach günstigen Blumen und den miserablen
Lebensbedingungen in den Anbaugebieten ferner Schwellenländer.
Zerstörung traditioneller Regionalwirtschaften

Darüberhinaus sind zahlreiche Fälle bekannt, in denen die
traditionelle Nutzung von Naturräumen und deren Ressourcen ernsthaft
bedroht sind durch dort neu platzierte, fabrikmäßige Monokulturen
landwirtschaftlicher Großbetriebe. Dies geschieht vorrangig in Ländern
mit noch sehr schwach ausgeprägtem Unweltbewußtsein und fehlender
demokratischer Rechtstaatlichkeit und betrifft eben auch die
Schnittblumenbranche!
Enorme Umweltbelastung
Mehr noch: Das internationale Handelsvolumen von Schnittblumen –
allein Kenia exportiert jährlich 60.000 Tonnen (!) – verursacht
Co2-Emissionen, die in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen.
Selbstredend, dass die Profite ein anderes Bild ergeben!
Darum keine Schnittblumen mehr
Der gesunde Menschenverstand und ein gebildeter Geschmack sagen uns,
dass es schlichtweg Unsinn ist, Schnittblumen wegen ihres dekorativen
Zwecks als schnell dahinwelkendes, letztlich totes Gesteck zu schätzen
und zu kaufen. Vernünftige Alternativen gibt es zu genüge:
Topfpflanzen, Blumenbeete und Spaziergänge in die echte Natur!
Die Art und Weise, wie Schnittblumen produziert und vermarktet werden,
haben Kollateralschäden in der Umwelt zur Folge, die nicht von der
Hand zu weisen sind. Ein maßgeblicher Umstand, der uns zum Nachdenken darüber anregen sollte, ob wir diese in keiner Hinsicht ökologisch-nachhaltige Branche weiterhin unterstützen wollen.
Die Macht des Konsumenten
Wenn es trotzdem Schnittblumen sein sollen, dann bitteschön fair
produzierte und gehandelte aus ökologisch-nachhaltigem Anbau! Das
verlangt zwar, dass wir solche Blumen bewußt nachfragen und dafür mehr
Geld auf den Tisch legen. Doch das ist der Preis, den wir zahlen
müssen, wenn wir Bouquets wollen, die tatsächlich unbedenklich sind.
Hierin liegt der Impuls für umfassende Veränderung: Jeder von uns
beeinflusst mit dem eigenen, individuellen Konsumverhalten sehr wohl
den vermeintlich rätselhaften „Lauf der Dinge“.

